"Für mich ist es wichtig, dass unsere Tenniskinder mit ihren Tenniseltern einen guten Eindruck während der Teamrunde und bei Turnieren hinterlassen. Deshalb orientieren wir uns an den klaren Regeln des HTV."

Katharina Ehlers, Trainerin und Jugendwartin des     TC Selters / Kreistrainerin im Tenniskreis 61 Limburg-Weilburg

Tipps für Tenniseltern

Auszug aus dem HTV

Richtiges Verhalten beim Zuschauen 

Liebe Tenniseltern, nervöse Eltern, die nägelkauend neben dem Platz auf- und ablaufen, eine Zigarette nach der anderen rauchen, bei strittigen Entscheidungen aufgeregt gestikulierend von ihren Plätzen aufspringen und immer wieder nach dem Oberschiedsrichter rufen.

Bilder, die leider nach wie vor auf den Jugendturnierplätzen zu beobachten sind.

Bedenkt man, dass Eltern gemeinhin nicht als "Tenniseltern" geboren werden, sondern eher zufällig und völlig unbedarft in diese Rolle hineinwachsen müssen, kann das oben geschilderte Verhalten nicht überraschen.

Unerfahrenheit, fehlende kritische Distanz und falsch verstandener Schutzinstinkt sind die Hauptursachen solchen Fehlverhaltens. Was den meisten Eltern jedoch nicht bewusst ist, sind die Auswirkungen, die ihr Verhalten neben dem Platz auf die emotionale Verfassung und damit häufig auf die Matchführung ihrer Kinder auf dem Platz hat.

Aus diesem Grunde möchten wir Ihnen hier einige Tipps für das "richtige Verhalten" beim Zuschauen von Matches Ihrer Kinder geben, deren Beherzigung dazu führt, dass sich ihr Kind bei seinen Turniermatches frei und ungehemmt entfalten kann.

Nachfolgende Informationen dienen dem besseren Verständnis der von uns zusammengestellten Verhaltenstipps:

Mit ihrem Verhalten neben dem Platz beeinflussen Sie das Verhalten Ihres Kindes auf dem Platz. Ihre Angst und Nervosität überträgt sich auf Ihr Kind.

• Ihr Kind nimmt zwischen den Punkten, ja sogar während der Ballwechsel beinahe jede ihrer Gesten und einen Gutteil Ihrer Mimik wahr, selbst wenn Sie nicht unmittelbar neben dem Platz sitzen oder stehen.

 • Die Matches Ihres Kindes, mögen sie Ihnen auch noch so wichtig erscheinen, sind nichts anderes als kleine Schritte eines langen Lernprozesses.

• Gute Leistungen Ihres Kindes können Sie erhoffen, verlangen dürfen Sie sie indes nicht.

• Ihre elterlichen Gefühle können Ihnen beim Zuschauen so manchen Streich spielen. Elterliche Zuneigung trübt häufig den Blick für die Realitäten. Gegnerische Bälle erscheinen dann eher "aus", die des eigenen Kindes eher "in".

Das Wissen um die o.a. Punkte führt zu den folgenden 8 Verhaltenstipps:

1. Schauen Sie nicht bei allen Matches Ihres Kindes zu! Versuchen Sie es frühzeitig daran zu gewöhnen, im Match auf sich selbst gestellt zu sein.

2. Versuchen Sie Ihre eigene Aufregung zu unterdrücken, sie aber zumindest vor den Augen Ihres Kindes zu verbergen! Seien Sie ein stiller Beobachter ohne sichtbare Emotionen. Behalten Sie Ihr optimistisches "Pokerface", egal wie die Dinge für Ihr Kind laufen. Sollte Ihnen das nicht gelingen, tun Sie besser daran dem Tennisplatz fernzubleiben.

3. Überlassen Sie Ihr Kind bei seinen Matches sich selbst! Beantworten Sie hilfesuchende Blicke lediglich mit einem aufmunternden Lächeln oder Kopfnicken. Ihr Kind wird lernen, seine Probleme selbst zu lösen. Machen Sie keine Probleme, wo keine sind. Sollte das schlechte Griffband, die offenen Schuhe, die lange Hose, die ins Gesicht fallenden Haare, etc. Ihr Kind behindern, so wird es diese Probleme selbst lösen.

4. Vermeiden Sie ständigen Blickkontakt mit Ihrem Kind! Sollte Ihr Kind nach jedem Punkt Blickkontakt zu Ihnen suchen, so gehen Sie diesem bewusst aus dem Wege. Bestätigung erheischende Blicke nach guten Punkten oder auch ängstlich die Reaktion der Eltern überprüfende Blicke nach Fehlern sind, besonders in den jüngeren Altersklassen, durchaus normal, können jedoch, bei entsprechender Erwiderung dazu führen, dass Ihr Kind beginnt, weniger für sich selbst, als vielmehr für die Bestätigung Ihrer Wünsche und Hoffnungen zu spielen.

5. Coachen Sie nicht! Sie können ruhig vor dem Match einige Tipps geben. Während des Matches sollten Sie jedoch die Bewältigung schwieriger Matchsituationen bzw. die Lösung schwieriger taktischer Aufgaben Ihrem Kind alleine überlassen.

6. Mischen Sie sich auf keinen Fall bei strittigen Entscheidungen ein! Erklären Sie Ihrem Kind vor bzw. nach dem Match, wie es sich in solchen Situationen verhalten soll. Im Match selbst gilt jedoch das Gebot, sich aus allen Entscheidungen herauszuhalten.

7. Klatschen Sie nicht einseitig für Ihr Kind! Wenn Sie Beifall spenden möchten, so tun Sie dies ausgewogen sowohl für Ihr Kind als auch für seinen Gegner. Ihr Kind wird dadurch feststellen, dass Ihnen nicht der Sieg, sondern gelungene, schön heraus gespielte Punkte am wichtigsten sind. Das wird zu einer offensiven und mutigen Spielweise motivieren.

8. Tolerieren Sie kein schlechtes Benehmen Ihres Kindes! Kinder lernen am Beispiel anderer. Sollte Ihr Kind sich bei Turnieren das schlechte Benehmen anderer Kinder zum Vorbild nehmen und anfangen zu fluchen, Schläger zu werfen, zu schreien oder zu mogeln, greifen Sie unverzüglich ein. Scheuen Sie nicht davor zurück, Ihr Kind bei einer Eskalation schlechten Benehmens, nach vorheriger Androhung, möglichst emotionslos vom Platz zu nehmen. Lassen Sie unsportliches Benehmen auch nicht zu, wenn sich Ihr Kind auf der Siegerstraße befinden sollte. Erklären Sie ihm nach dem Match, dass der Zweck eben nicht die Mittel heiligt. Fehler, die hier begangen werden, sind später nur schwer zu korrigieren.

 

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